14. Dezember 2014

Feines zum Advent - Schneller Schüttelstollen

Hier im Erzgebirge gehört er einfach zu Weihnachten, wie Engel und Bergmann, Pyramide, Nussknacker und Räuchermännchen - der Stollen.


Ich kann mich noch gut daran erinnern, das meine Oma immer zum ortsansässigem Bäcker pilgerte um dort ihre Stollen zu backen. Sie hat nicht, wie die normale Hausfrau heute, mal eben 2 Stollen gebacken. Nein, es waren immer gut 10 Stück. Die hätte der heimische Ofen nie geschafft. Darum sind so gut wie alle Frauen des Dorfes mit ihren Stollenzutaten (die zum Teil aus dem "Westen" kamen, denn in der DDR waren Rosinen, Citronat und Co schwer zu bekommen) zum Bäcker. Rückblickend würde ich behaupten, es ging dabei nicht nur um das backen des Stollens, sondern durchaus auch um den Austausch des neuesten Klatsch und Tratsch. Ein Teil der von Oma gebackenen Stollen, traten eine durchaus weite Reise an und wurden zu Verwanden und Bekannten in den Westen geschickt. Angeschnitten wurde der erste auch immer erst an Heiligabend. Und der letzte wurde immer bis Ostern eingelagert ... vielleicht hat es aber auch immer nur so lange gedauert, bis die vielen Stollen gegessen waren.


Jedenfalls macht so ein echter Stollen von Oma unheimlich viel Arbeit. Mein Mann isst keinen Stollen, einfach aus Prinzip. Ich mag ihn nicht besonders, da ich kein Trockenobst mag ... und das Tochterkind isst keinen, weil Mama und Papa ihn nicht mögen. Aber trotzdem habe ich bisher jedes Jahr einen kleinen Stollen gekauft. Weil er einfach zu Weihnachten dazu gehört. Dieses Jahr bin ich im Internet über das Rezept für einen Schüttelstollen gestolpert und das war so einfach und simpel, dass ich das unbedingt probieren musste.


Als sich dann beim Backen überall dieser köstliche Butter-Zimt-Kardamom-Muskat-Duft verbreitete, hätte ich am liebsten die Ofentür aufgerissen und den Stollen noch warm vernascht. Denn ja, zugegeben, gerochen hat es lecker! Aber nix da. Erst wird er mit ordentlich Butter eingepinselt und dann mit Kristallzucker bestreut.


Abgekühlt verschwindet erst mal unter einem Berg Alufolie. Fest darin eingeschlagen darf er jetzt an einem kühlen Ort durchziehen. Zwei Wochen wären ideal. Eine Woche muss es mindestens sein. Das steht zwar so nicht im Rezept, aber Oma hat da immer viel Wert darauf gelegt. Denn je länger er zieht, umso intensiver verbinden sich die Aromen.


Aber extra für euch habe ich den Stollen schon einen Tag später angeschnitten. Übrigens kam der Stollen aus dem orginal Rezept etwas prusitisch daher, darum habe ich ihn noch mit Mandeln und etwas Christstollengewürz gepimpt. Vorallem ohne letzteres hätte mir persönlich das "Weihnachten" im Geschmack gefehlt.


Normalerweise legt man Rosinen, Zitronat und Orangenat über Nacht in ordentlich Rum ein. Aber außer Wodka war nix Hochprozentiges im Haus. Da ich mir dann doch nicht vorstellen konnte, das sich Wodka gut im Stollen macht, habe ich alles in Apfelsaft eingelegt.

Für alle die jetzt mal noch eben schnell einen Stollen für Weihnachten backen wollen, habe ich hier mein

Rezept für Schüttelstollen


Zutaten:
500 g Mehl
1 Päckchen Vanillezucker
1 Packung Backpulver
100 g Zucker
1 Prise Salz
250 ml Milch
100 g Mandelsplitter
150 g Rosinen (1 Nacht in Rum eingelegt )
1 Packung Zitronat
1 Packung Orangenat
250 g Butterschmalz
1 Flasche Bittermandelaroma
1/2 Packung abgeriebene Zitronenschale
1 Tl Christstollengewürz

Citronat, Orangeat und Rosinen vermischen und mit Rum übergießen. Mindestens 4 Stunden, am besten aber über Nacht durchziehen lassen.

Die Milch erwärmen und Butterschmalz darin schmelzen (es darf nicht kochen) anschließend in eine Schüssel mit Deckel geben.
Die restliche Zutaten mit in die Schüssel geben. Deckel fest verschließen (gut entlüften) und dann hochkant die Schüssel schütteln bis aus der Masse ein Kloß wird.
Dann den Kloß auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben in die Stollenform bringen und ca 40-45 Minuten bei 180 °C backen.

Den Stollen noch warm mit flüssiger Butter bepinseln und dick mit Zucker bestreuen. Abkühlen lassen und dann in Alufolie einschlagen. Am besten noch einmal 1-2 Wochen an einem kühlen Ort ruhen lassen - erst dann entfaltet der Stollen sein ganzes Aroma.




Ich wünsche euch allen einen schönen 3. Advent!

7. Dezember 2014

Winterwärme

In den letzten Wochen bin ich nicht so recht auf dem Posten. Mich hat eine fiese Erkältung erwischt, die sich jetzt seit über einer Woche hartnäckig hält. Da so gar keine Besserung in Sicht ist, habe ich jetzt beschlossen, endlich mal einen Arzt aufzusuchen. Man muss dazu sagen, ich hasse es zum Arzt zu gehen. Man sitzt Stundenlang mit anderen kranken Menschen im Wartezimmer und, wenn man bis dahin nicht krank war, ist man es spätestens wenn man die Praxis verlässt. Normalerweise ist mir meine Zeit dafür zu kostbar und ich beiße die Zähne zusammen und gehe doch zur Arbeit. Was nicht unbedingt der Genesung beiträgt. Denn auf Arbeit friere ich jetzt, in den Wintermonaten immer wie ein junger Hund. Überhaupt ist mir seit ein paar Wochen ständig kalt und das obwohl im Ofen ein warmes Holzfeuer knistert, ich mich mit dicken Socken, Kuschelfelljacke und einem heißen Bier Tee in meine Schmusedecke kuschel. Da kann ich schon froh sein das mir meine beste Freundin zum Geburtstag eine dieser tollen Wärmetiere geschenkt hat. Ganz passend eine Eule. Die brauch ich nur für gut 90 Sekunden in der Mikrowelle erwärmen und dann kann ich mich für gut zwei Stunden an ihr wärmen und dabei noch den tollen Lavendelduft geniesen.


Damit ich bis Weihnachten wieder fit bin, werde ich jetzt doch mal den Gang zum Arzt wagen und mir ein paar Tage Auszeit gönnen und mich zu Hause einkuscheln. Apropos Kuscheln, in diesem Jahr habe ich auch einen echt kuschligen Türkranz. Während ich sonst immer einen selbst gebundenen aus Tannengrün und Co hatte, gibt es dieses Jahr einen gestrickten. Wenn es draußen kalt ist, habe ich ja eh eine Schwäche für alles was aus Wolle gestrickt oder gehäkelt ist ... Sofakissen, Mützen, Handschuhe, Socken und eben auch Türkränze. Die Anleitung dafür habe ich bei meinem Lieblingsbastelversand gefunden. Und da er mit dicken Nadeln und dicker Wolle gemacht wird, war er auch recht schnell fertig. Der Kranz kann gut den ganzen Winter hängen bleiben und wenn er mir nicht mehr gefällt, wird er einfach aufgedröselt, und ich kann ihn zum Kissen um recyceln.


Was mich auch immer aufwärmt, sind Kerzen. Nicht nur die zwei auf dem "Adventskranz", sondern so ganz generell. Leider traue ich mich dieses Jahr nicht so viel davon anzuzünden, nicht das es gegrillte Babykatze gibt. Denn vor unserem Whisky ist nichts sicher und alles was wackelt ist ja sooo interessant. Umso mehr genieße ich die Momente, wo er sich auch einkuschelt und schläft.


Ich geh jetzt wieder mit meiner kuschligen, wärmenden Eule ins Bett und hoffe das sich dieser blöde, kratzende Husten endlich verzieht. Immerhin ist bald Weihnachten und ich würde die Adventszeit gerne noch etwas genießen.

♥lichst

23. November 2014

Familienzuwachs ..

oder, warum in diesem Jahr die Weihnachtsdeko etwas schmaler ausfallen wird.

Der Grund für eine abgespeckte und vorzugsweise bruchsichere Deko heißt "Whisky", hat 4 Pfoten, ein kuschliges Fell und kann wunderbar schnurren. Allerdings hat er auch viel zu viel Energie und verdammt scharfe Krallen.


Richtig, "Whisky" ist ein kleines Kätzchen. Um genau zu sein ein kleiner Kater der bei uns vor gut zwei Wochen eher spontan eingezogen ist.


Bei einer guten Bekannten gab es im September Katzennachwuchs und die Kleinen waren auch schnell vermittelt, doch als es dann im November ans abholen ging, ist dieser kleine Kerl hängen geblieben. Da sie weiß das ich eine Schwäche für Katzen habe und schon länger mit dem Gedanken spiele wieder eine Zweite ins Haus zu holen, wurde ich gefragt, ob ich dem kleinen Kerl nicht ein neues zu Hause geben möchte. Den Göttergatten hatte ich auch recht schnell überzeugt ... und so haben wir den Kobold ins Haus geholt.


Unser dicker Keks war nicht wirklich angetan von so viel trubel und verbringt seine Zeit eher draußen. So friedlich wie hier auf dem Foto liegen die beiden leider sehr selten zusammen. Der Kleine will spielen und toben und der Große möchte eigentlich nur seine Ruhe haben. Das merkt man auch wenn die beiden sich kabbeln. Das sieht teilweise echt gefährlich aus ... gut 5 kg Lebendgewicht gegen gerade mal 1,5 kg.



Der Kleine hat auch schon so einiges auf dem Gewissen ... vorzugsweise Blumentöpfe, Handyladekabel und unsere Couch haben arg gelitten. Und genau deswegen habe ich beschlossen in diesem Jahr die guten, teuren Dekostücke gar nicht erst aufzustellen. Sicher ist sicher! 

Ich wünsche euch allen einen schönen Restsonntag
♥lichst