19. September 2012

Buchempflehlung: "Herr Mozart wacht auf" von Eva Barnonsky

Was wäre, wenn Wolfang Amadè Mozart plötzlich in unsere Zeit "gebeamt" würde? Dieser spannenden und auch etwas seltsamen Idee geht die Autorin Eva Baronsky in ihrem Debütroman "Herr Mozart wacht auf" nach.


Gerade noch liegt Wolfgang Amadè Mozart im Jahre 1791 auf seinem Sterbebett um im nächsten Moment im Jahre 2006 in einer Studenten WG wieder zu erwachen.
Völlig verwirrt nicht im Himmel gelandet zu sein, muss Mozart in einem, für ihn völlig fremden Wien zurechtkommen.
Ihm wird schnell klar, dass er noch eine Aufgabe zu erfüllen hat, sein Requiem zu vollenden.
So beginnt für Mozart, der sich nun Herr Mustermann nennt, sein größtes Abenteuer. Für uns normale Dinge wie fließend Wasser, Elektrizität, CDs, Autos oder gar die U-Bahn sind ihm natürlich völlig fremd und wirken auf ihn sehr grotesk und verwunderlich. Diese ihm völlig unbekannten technischen Errungenschaften stellen Mozart so manches Mal vor scheinbar unlösbare Rätsel und sorgen auch gerne für viele Missverständnisse mit seinem Mitmenschen.
Zum Glück lernt Mozart den Straßenmusiker Piotr kennen, der dem seltsamen Kautz Obdach und Arbeit gewährt. Mit Piotr lernt Mozart sich einigermaßen in der Zeit des 21. Jahrhunderts zurechtzufinden.
Nur, was wird passieren, wenn Mozart seine Aufgabe erfüllt hat und sein unvollendetes Requiem zur Vollendung gebracht hat?

Die Idee der Zeitreise Mozarts wurde von der Autorin hervorragend umgesetzt. Die elegante und glaubwürdige Handlung, die sprachlichen Nuancen und die, für einen Menschen aus Mozarts Zeit, sowie die Eigentümlichkeiten unserer Zeit, schaffen es den Menschen Mozart und sein Genie in einen bezaubernden Roman aufleben zu lassen.

In einem für die heutige Zeit passenden Sprachstil hat die Autorin die für uns sonderbare, blumige Art sich auszudrücken, aus dem späten 18. Jahrhundert brillant eingebettet. Mozarts Art zu sprechen und seine Gedankengänge sind typisch und seiner Zeit entsprechend in den Roman integriert und verstärken dadurch die Authentizität. Dem flüssigen Erzählstil kann der Leser leicht folgen und so fällt es leicht Mozart auf seine Reise im 21. Jahrhundert zu begleiten. Auch schafft es Eva Baronsky die Stimmung und die Gefühle, die dieses Genie empfinden muss überzeugend dem Leser nahe zu bringen. Schnell leidet, wundert, freut und liebt man mit diesem scheinbar so absonderlichen Menschen mit.

Eine schöne abenteuerliche Geschichte mit viel Gefühl und Humor, nicht nur für Musikliebhaber und Mozart-Fans!

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