21. Dezember 2012

Eine Weihnachtsgeschichte

Mit einer kleinen Weihnachtsgeschichte möchte ich mich in die Weihnachtspause verabschieden. Weihnachten gehöre ich ganz meiner Familie und ich freue mich auf ein schönes, ruhiges, friedliches Weihnachtsfest.

Die Geschichte habe ich in einem alten Buch von meiner Oma gefunden. Das passenderweise "Was Großmütterchen erzählt"heißt.

Weihnacht

Es begann schon stark zu dunkeln. In dem kleinen Städtchen flammten die Lichter auf, eins nach dem anderen. Dichter, glitzernder Schnee lag auf den steilen Dächern und spitzen Giebeln, auf den umliegenden Höhen und den hohen Tannen im nahen Walde.
In einem wohlgeheizten Zimmerchen saßen die Kinder des Hauses um den ledergepolsterten Lehnstuhl geschart, in welchem Lulu, die gute, alte Tante, saß. Sie war gekommen, die unruhigen Kleinen zu hüten, bis sie das Glöcklein zur Bescherung rufen würde.
"Also vom Christkind soll ich euch erzählen?", fragte sie. "Öffne einmal das Fenster, Frieda! Hört ihr das schöne Glockengeläute draußen? mit ihm begrüßen fromme Menschen die Heilige Nacht, in der vor vielen, vielen Jahren im Stalle zu Bethlehem das Christkind geboren wurde. Und jährlich steigt es vom Himmel hernieder, Friede und Freude aller Welt zu bringen. Lichter Schein schwebt um sein lockiges Kinderhaupt, und in den zarten Händen trägt es ein Tannenbäumchen, behangen mit allem, was kleine Herzen zu erfreuen vermag. Seht, dort wird es herunterkommen!"
"Aber es ist kalt draußen und Schnee auf den Waldwegen. Friert es da nicht?"
"Nein", erwiderte die Tante. "Das Christkind spürt nichts von Erdenkälte, denn es ist eben ein Engelein und bringt Himmelsluft mit sich."
"Du Tante, wenn ich einmal ein Engel bin, komm' ich auch zu dir", sagte Fritzchen. "Weißt du, was ich dir dann bringe?"
"Was denn kleiner Mann?"
"Eine Himmelsbrille. Die musst du dann nicht mehr so oft putzen, mit der siehst du gewiß besser, gelt?"
"Da magst du wohl recht haben" sagte die alte Frau und nickte.
"Ich auch was bringen", meinte jetzt das Nesthäkchen Hilde, das eben mit einem Löffel Brei verzehrte.
"Ei, was bringst denn du mir?"
"Himmelstuchen, Tante Lulu."
"Oh, erzähl auch fertig", bat Alfred, der älteste. "Wie kommt denn das Christkind wieder heim?"
"Wenn es bei allen guten Kindern herum ist und sein Bäumchen geleert ist, bläst es die Lichtchen aus, dass die Zweige nicht anbrennen, und geht wieder hinaus in den Wald, und dort holen es die Englein ab in den Himmel. Und die Sternlein schimmern und leuchten ihm, und von der Erde ertönt feierlicher Glockenklang und helles Kinderjauchzen herauf, und all die kleinen Vöglein, die noch in Tann' und Scheuer nisten, geleiten es, bis es endlich verschwindet, hoch oben in den Wolken."
"Kling, kling, kling!", erscholl es jetzt aus dem Nebenzimmer. Ungestüm stürzten die Kinder nach der Tür, die Tante hintendrein, das Nesthäkchen auf dem Arm, und aus den geöffneten Türflügeln quoll heller, flimmernder Kerzenglanz: Weihnacht!




Ich wünsche euch allen ein schönes 4. Adventswochenende und ein fröhliches, besinnliches Weihnachtsfest mit euren Lieben!

Genießt die Feiertage und macht's euch kuschelig

1 Kommentar:

  1. Ich finde Weihnachtsgeschichten einfach besonders gut <3

    Allerliebste Grüße,
    HOLYKATTA

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