27. Dezember 2012

Zwischen den Jahren - Beauty is where you find it

Die Zeit "zwischen den Jahren" ist bei uns hier im Erzgebirge eine ganz besondere Zeit.


Am 24. Dezember beginnen bei uns die "Rauhnächte" oder "Inneren Nächte". Diese dauern bis zum 6. Januar. Diese 12 Nächte haben eine ganz besondere Bedeutung hier und in anderen Gebirgsregionen. Was sicher auch ein bischen damit zusammenhängt, das die Bergregionen von Bayern und Sachen mit zu den letzen, zum Chritstentum bekehrten Regionen zählen.


Hier sind noch alte Bräuche und alter Aberglauben lebendig. Vorallem in den langen, kalten Nächten, in denen der Wind um die Häuser pfeift und im Schornstein rumort, hatten unsere Vorfahren Angst. Sie fürchteten sich vor "wilden Horden" die über das Land zogen und raubten und plünderten.

Und so ist es nicht verwunderlich, das sich einige der Bräuche von damals bis heute gehalten habe. Die meisten kenne ich von meiner Oma, die (obwohl sehr religös) gerde in der Weihnachtszeit und der Zeit danach recht abergläubisch wurde.


So soll man beispielsweise aus dem Wetter dieser 12 Tage, das Wetter für das kommende Jahr ableiten können und auch den Träumen wird eine besonder Bedeutung beigemessen. Auch hier steht jede Nacht für einen Monat des kommenden Jahres und was man in dieser oder jener Nacht geträumt hat, soll im entpsrechenden Monat wahr werden.

Meine Oma hat auch immer aufgepasst, das zwischen den Feiertagen keine "weiße Wäsche" (Bettwäsche und Co.) gewaschen wurde und diese gar auf dem Dachboden zum trockenen aufgehängt wurde. Denn in der aufgehängten Wäsche würden sich die Engel beim Flug durchs Haus verfangen und das bedeutet großes Unglück. (was bin ich forh das wir einen Wäschetrockner haben und sich da mit sicherheit kein Engel darin verfangen kann) Auch das zerschlagen von Porzellan bedeutet für den, der es fallen lässt, nichts gutes. Es wird ihm sogar der eigene Tod geweissagt. Gut das meine Mama, die vor gut 30 Jahren eine Schüssel an Heiligabend fallen gelassen hat, diesem Schicksal entgangen ist.


Für euch ist diese Zeit hoffentlich eine ruhige und erholsame Zeit, allem Aberglauben zum trotz.

Mehr Bilder "zwischen den Jahren" könnt ihr wie immer hier bei Frau Pimpinella sehen.

Macht's euch kuschelig

Kommentare:

  1. Meine Mutter stammt auch aus dem Erzgebirge und ich kenne diese Aberglauben zur Genüge...Was ich allerdings nicht kannte, dass die 12 Nächte so wichtig sind...sehr interessant...LG Lotta.

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  2. Klingt spannend! Ich mag Traditionen. Zusätztlich sind wir auf der Suche nach unseren eigenen Traditionen, die für Weihnachten zu uns passen.
    Wünsche euch einen schönen Donnerstag!
    Liebe Grüße! Sonja

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  3. Wow, das finde ich ja mal interessant! Ich hoffe, ich hab eben beim Wäscheabhängen im Keller (nicht Dachboden!) kein Engelchen mit in den Korb gelegt...

    LG vom KleinenLieschen

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  4. Huhu,

    sehr interessant. Kenn ich gar nicht. Aber so habe ich wieder was dazu gelernt :)

    LG Amarilia

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  5. Uh spannend, das mit der weißen Wäsche habe ich auch hier bei uns im Norden schon gehört, allerdings kannte ich den Hintergrund dazu gar nicht! Jetzt ja :-)
    LG anni k.

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