24. April 2013

Krötenliebe

Heute nehme ich euch mit auf einen kleinen Ausflug zu unserem Teich. Die gut 100 Meter kann ich zur Zeit gerade so laufen, denn ich habe mir letze Woche bei einem Sturz die Bänder im Knie gezerrt und das ist echt schmerzhaft. So sitze ich jetzt schon fast eine ganze Woche nahezu untätig herum, währen es im Garten eigentlich genug zu tun gäbe.

Aber zurück zum Teich! Hier kann man, wie jedes Jahr, die Paarung der Erdkröten beobachten. Dabei geht es meist ganz schön hoch her und ich bin echt froh, das die Kröten nicht so laut quacken können, wie die Laubfröche, da ihnen die Schallblasen fehlen.


Bereits letze Woche haben sich die Kröten auf Wanderschaft begeben und ich musste auf dem Heimweg nach der Spätschicht slalom fahren. Ist ja ecklig, wenn man die plattgefahrenen, von der Sonne getrockneten Kröten von der Straße räumen muss. Aber so ganz ohne Verluste ging es auch dieses Jahr nicht ab. Daran sind die Kröten durch ihr Verhalten nicht ganz unschuldig, denn bei Gefahr erstarren sie und nehmen eine art Schreckstellung ein, was das Auto jetzt aber wenig beeindruckt. Außerdem sind die Kröten sehr langsam unterwegs, denn sie hüpfen nur selten, sonder kriechen eher gemächlich über die Straße. Oft legen sie eine kleine Pause ein und wärmen sich auf dem meist wärmeren Asphalt auf.



Dabei haben es die Krötenfrauen am schlechtesten getroffen. Denn treffen sie auf ihrer Wanderung auf einen Krötenmann, so springt dieser kurzerhand auf den Rücken der Dame, klammert sich fest und lässt sich dann ganz gemütlich zum Laichgewässer tragen. Ich habe sogar schon gesehen, das eine arme Krötenfrau gleich zwei bis drei Krötenherren auf ihrem Rücken mit schleppen musste. Also, da bin ich dann doch froh, keine Erdkröte zu sein.

Nicht jedes Männchen findet auch ein Weibchen mit dem es sich paaren kann. Weibchen sind nämlich stark untervertreten, da ein Erdkrötenweibchen nicht jedes Jahr ablaicht. So hat es oft 3 bis 8 mal mehr Männchen als Weibchen. Die sehr paarungslustigen Männchen klammern sich an alles, das nach Weibchen aussieht, sei es auch nur ein Stück Holz. Der Irrtum wird dann aber doch entdeckt. Will ein Männchen auf ein Tier gleichen Geschlechts aufsitzen, stösst dieses einen Befreiungsruf aus, um auf den Irrtum aufmerksam zu machen. Dieser Ruf ist etwas schneller und häufiger zu hören als der eigentliche Paarungsruf. Manchmal wird auch ein Weibchen von mehreren Männchen umklammert, die um die Gunst des Weibchens buhlen. Dies kann für das Weibchen tödlich enden, wenn es durch die schwere Last zu lange unter Wasser gedrückt wird. Hat ein Männchen ein Weibchen ergattert, so klammert sich dieses mit seinen Vorderarmen in der Achselgegend seiner Partnerin fest (Amplexus). Konkurrenten werden dann mit festen Fusstritten auf Distanz gehalten.


Wegen ihrer Laichplatztreue laichen die Erdkröten stets in ausdauernden Gewässern, die meist tiefer als 50 cm sind und mit Vorteil Röhricht aufweisen. Um diese Pflanzen oder an Ästen im Wasser spannen sie ihre Laichschnüre. Diese können mehrere Meter lang sein und enthalten zwischen 1000 und 3000 Eier, die in zwei bis vier Reihen angeordnet sind. Das Weibchen presst die Laichschnur in mehreren Schüben aus seiner Kloake, worauf sie das Männchen umgehend besamt indem es mit seinen Hinterbeinen einen Trichter formt und das Sperma darauf spritzt. Das Männchen wird vom Weibchen dazu stimuliert, indem dieses ein Hohlkreuz formt und wellenförmige Muskelkontraktionen ausübt. Das Paar wechselt dazwischen jeweils seinen Standort, so dass die Schnüre gut gespannt werden. Das gesamte Ablaichen kann 6 bis 12 Stunden dauern.


Die befruchteten Eier entwickeln sich nach ungefähr einer Woche zu Kaulquappen. Erst bleiben sie noch an die Eier gebunden, nach ca. 10 Tagen schwimmen die fast schwarzen Quappen frei herum. Dabei ist ein deutliches Schwarmverhalten festzustellen. Die Larven blieben dicht beisammen und stossen bei Feindkontakt einen Schreckstoff aus, der den Angreifer fernhalten soll und die anderen Kaulquappen zur Flucht veranlasst. Daher erträgt die Erdkröte auch Teiche mit gewissem Fischbesatz. Ende Juni verlassen die nur knapp 1 cm messenden Krötchen oft massenweise das Wasser. Die Abwanderung wird durch Regen gestützt und kann auch am Tag erfolgen. Oft wird im Volksmund wegen dem zahlreichen Aufkommen von jungen Kröten auch von einem Froschregen gesprochen. Die Jungkrötchen wandern dann in die Sommerlebensräume ab und nehmen bereits nach wenigen Wochen die nächtlichen Verhaltensweisen ihrer Eltern an. Nach 3-5 Jahren sind sie geschlechtsreif und erreichen ein Alter von maximal 10-12 Jahren. In Gefangenschaft wurde eine Erdkröte 36 Jahre alt. (Quelle: http://www.froschnetz.ch/arten/erdkroete.htm)


Vor einigen Jahre habe ich, um dem Töcherlein zu zeigen, wie sich aus einer Kaulquappe ein Froch entwickelt, einige Kaulquappen aus dem Teich geholt und in einem alten Aquarium auf der Terasse gehalten. Wir haben sie mit Fischfutter und Brötchen gefüttert. Als sich langsam die Beinchen gebildet haben, wurde ein große Wurzel in das Aquarium gelegt, auf der die kleinen Frösche ... ah ... Kröten dann das Becken verlassen konnten. Es war echt interessant, zu sehen wie sich langsam an den kleinen, schwarzen Kugeln Beinchen und Ärmchen bilden und aus einer Quappe eine kleine Kröte wird. Übrigens saßen im drauf folgenden Jahr einige Kröten auf unserer Terasse und haben das Becken gesucht. Doch auch diese haben den Teich dann doch noch gefunden.


Ich hoffe, dass aus dem Froschlaich wieder viele, viele Kaulquappen werden und daraus viele, viele kleine Kröten. Den Erdkröten sind nützlich: sie fressen nämlich Gliederfüssler, Regenwürmer und Nacktschnecken - und von letzteren haben wir reichlich.

Jetzt hoffen wir alle, das unsere Gartenkröten gesund und munter wieder hier ankommen und nich beim Liebesspiel ertrunken sind oder gar noch auf dem Rückweg überfahren werden.

♥lichst

1 Kommentar:

  1. Hallo Katrin, vielen Dank für die tollen Informationen über Kröten und für deine wunderschönen Fotos :-)
    Liebe Grüße von Silvia

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