10. April 2013

Orchideen-Liebe

Vor einiger Zeit habe ich beim Bluemgiesen festgestellt, das mein gut 13 Jahre alter Frauenschuh nach etwa 2 Jahren Pause wieder eine Blüte hervor gebracht hat. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie ich mich darüber gefreut habe. Immerhin war das meine erste Orchiedee. Sie war nicht ganz billig, und meine Mutter war wenig begeistert davon: "Was willst du denn damit? Die bringst du nie wieder zum blühen!" Sie sollte unrecht haben. Denn der Frauenschuh beglückte mich über viele Jahre, jedes Jahr im Frühling, mit einer neuen Blüte. Nur in den letzten Jahren war er etwas blühfaul. Keine Ahnung warum, vielleicht weil sich inzwischen bei mir eine ganze Menge weitere Orchideen eingefunden haben.


Ich habe mal nachgezählt. Im Moment habe ich ganze 12 Stück in der Wohung verteilt. Natürlich blühen nicht alle gleichzeitig, aber zwei bis drei stehen immer in voller Blüte. Orchideen sind überraschend pflegeleicht und die Vielfalt an Arten, Formen und Farben ist überwältigend. Keine andere Pflanzenfamilie hat ein solches Spektrum, was Formen und Farben der Blüten anbelangt. Die Größe der Blüten variiert von einigen Millimetern bis zu 20 Zentimetern und mehr pro Blüte. Das Farbspektrum reicht dabei von zartem Weiß über Grün- und Blautöne bis zu kräftigen Rot- und Gelbtönen. Viele der Orchideenblüten sind mehrfarbig. Kein wunder also, das bei einigen eine wahre Sammelleidenschaft ausbricht.


Trotz ihrer großen Vielfalt werden nur wenige Orchideenarten als kultivierte Nutzpflanze verwendet. Dazu zählt die Gewürzvanille zur Gewürzproduktion. Einige Arten werden auch zur Aromatisierung/Bereitung von Tee oder auch als Parfümierungsmittel für Parfüm und Tabak genutzt.


Ich werde immer wieder gefragt, wie ich meine Orchideen pflege und muss dann meistens gestehen, das ich sie eher Stiefmütterlich behandle. Aber scheinbar ist genau das der richtige Weg. Orchideen mögen nämlich keine feuchten Füße und sind mit wenig Wasser zufrieden. Früher habe ich meine Orchideen einmal die Woche in ein Tauchbad gestellt. Aber bei der Menge, die ich inzwischen habe, ist mir das ganz ehrlich viel zu viel Arbeit und so werden meine, meist einmal in der Woche, mit etwas abgestandenem Mineralwasser gegossen. Dabei reicht meist die Menge eines Schnappsglases pro Pflanze aus. Vorher mache ich immer den "Fingertest" ob das Substat komplett trocken ist oder nicht. Sollte es noch etwas feucht sein, gibt es keine Wasser.


Ist eine Orchidee abgeblüht, zieht sie aus dem meist warmen Wohnzimmer aus und wird im etwas kühlerem Schlafzimmer deponiert. Dann warte ich eine weile, ob sich vielleicht noch Seitentriebe mit neuen Blüten an der Rispe bilden. Wird die Spitze braun und trocken, schneide ich die Rispe über einem Auge ab. Das mache ich aber meist auch erst, wenn eindeutig klar ist, das es keine weiteren Seitentriebe geben wird. Beim schneiden unbedingt ein scharfes Schneidewerkzeug benutzen, sonst wird der Stengel unnötig gequetscht.


Ach so, Orchideen mögen es gern hell, aber direkte Sonneneinstrahlung solltet ihr nach möglichkeit genauso meiden, wie zu viel Schatten. Außerdem solltet ihr regelmäßig lüften und bei einigen Arten auch hin und wieder mal die Blätter mit Wasser bestäuben. Bei den Phaleonopsis könnt ihr euch da aber sparen. Die gedeihen auch bei geringer Luftfeuchtigkeit.


Übrigens dünge ich meine Orchiedeen so gut wie nie. Wenn doch, dann nehme ich ganz normalen Blühpflanzendünger und auch nur im Sommer.


Ihr seht, die Haltung von Orchideen ist gar nicht so schwer, denn hier ist weniger mehr und je Stiefmütterlicher ihr sie behandelt, umso schöner blühen sie. Also genau das richtige für mich, denn bei Zimmerpflanzen habe ich nicht unbedingt den "grünen Daumen".

Mögt ihr Orchideen auch so gern, oder sind sie eher nicht so euer Ding?
♥lichst

1 Kommentar:

  1. Wow sind die toll :-))))
    Bei mir werden die immer nix :-(
    Ganz liebe Grüße

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