9. November 2014

Schinkenfleckerl "Omas Art" oder warum es bei Oma immer besser schmeckte

Als Kind war ich viel bei Oma und Opa, wahrscheinlich weil beide mit im Haus wohnten und es bei Oma immer etwas leckeres zu essen gab. Ich kann mich noch gut daran erinnern das ich bei Oma meine Apfelspalten mit  gaaaannnnzzzz viel Zucker bestreuen durfte, während meine Mutter mir das überhaupt nicht erlaubt hat. Da gab es Apfel pur. Drei mal dürft ihr raten, wo ich mein Obst lieber gegessen habe. Überhaupt hatte ich als Kind immer das Gefühl, das es bei Oma besser schmeckt als bei Mama. Nicht das meine Mutter eine schlechte Köchin gewesen wäre bzw. ist. Ganz im Gegenteil! Aber da es bei Mama ja keine Extrawurst gab und Oma doch fast immer Sachen gekocht hat, die ich gerne esse, war es bei Oma eben immer viel leckerer als bei Mama. Mitunter bin ich sogar erst mal gucken gegangen, was es bei Oma und Mama gab und habe mich dann entschieden, wo ich esse. Zum Glück hat mir das meine Mutter nie verübelt. Und falls doch, dann hat sie es nie gezeigt.


Neben Plinsen (Eierkuchen), Klitschern und Grießbrei mit ganz viel Zucker und Zimt war eins meiner Lieblingsgerichte bei Oma "Schinkenfleckerl".

Ich vermute meine Oma hat das Gericht auch erst durch meinen Opa bzw. ihre Schwiegermutter kennen gelernt. Mein Opa stammte nämlich auch Böhmen, dem Teil der heutigen Tschechei, der vor 1945 noch zu Deutschland gehörte. Und, wie der eine oder andere sicher weiß, gehörte Böhmen auch mal irgendwann und irgendwie zu Österreich. Darum sind sich die beiden Küchen recht ähnlich. Immerhin stammt auch das Rezept für meine Krautfleckerl von meiner Uroma. 



Inzwischen hab ich mal etwas im Internet recherchiert und herausgefunden, dass die Art wie meine Oma Schinkenfleckerl macht, nicht ganz Original ist. Aber meistens sind die Traditionellen Familiengerichte ja nie so 100% Kochbuch ... schmecken muss es und Erinnerungen wecken.



Auch mein Mann (gebürtiger Preuße), der dieses Gericht erst hier kennen gelernt hat, isst es ganz gern und das Tochterkind sowieso. Es sind ja Nudeln dabei! Grundvoraussetzung bei einer 8jährigen für gutes Essen.

Für alle die jetzt wissen wollen, wie nun hier bei uns "Schinkenfleckerl" gemacht werden und wer auch gerne Nudeln mag, hier kommt das Rezept.



Das Gericht kann man auch ganz Wunderbar mit Nudeln vom Vortag zubereiten und es müssen nicht unbedingt Bandnudeln sein. Noch ein kleiner Tipp, das Tochterkind isst dazu am liebsten Ketchup! ;-)

Guten Appetit!

Kommentare:

  1. Hallo,

    ja die alten Familienrezepte sind einfach die Besten. Ich kenne zwar keine Gerichte von meiner Oma, aber ich habe einige Rezepte von meiner Mutter die ich gerne mal nachkoche :) Und es ist immer so schön in Kindheitserinnerungen zu schwelgen.

    LG Kerstin

    AntwortenLöschen
  2. Mmmmhhhh .... das liest sich so lecker! Ich danke fürs Rezept, das ich bald ausprobieren werden.
    Lieben Gruß
    Tina

    AntwortenLöschen
  3. Oh, ja Schinkenfleckerl - das ist Kindheit und du wirst es nicht glauben, ich habe seither keine mehr gemacht. Auch Krautfleckerl nicht, denn ich hatte eine Großtante, die so dick wie herzlich war und die machte die besten der Welt!!! Aber danke für das Heraufbeschwören einen wirklich wundervollen Erinnerung.
    Hab's fein
    Elisabeth

    AntwortenLöschen